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Das Historische Kalenderblatt

 

 

Auf dieser Seite wollen wir, in lockerer Reihenfolge, auf Jahrestage berühmter Persönlichkeiten eingehen.

 

Wir beginnen mit dem 120. Todestages von Hermann August Jacques Gruson.

 

 

 

 

Hermann August Jacques Gruson

 

 

 

 

 

 

 

 

August Jacques Gruson (1821–1895) wurde als Sohn des preußischen Ingenieurmajors Louis

Hermann Abraham Gruson und dessen Gattin Louise Karoline Bodenstein am 13. März 1821 in Magdeburg geboren.

Er besuchte zunächst die Elementarschule, dann das Magdeburger Domgymnasium und von 1834 bis 1839

die damalige Handelsschule, das spätere Realgymnasium. Anschließend diente er von 1839 bis 1840 in

Magdeburg bei der 2. Kompanie der 3. Pionierabteilung als Einjährig Freiwilliger.

 

Am 1. Mai 1840 trat er als Eleve in die Maschinenbauanstalt von A. Borsig in Berlin ein. Nebenher ließ er

sich auf der Berliner Universität (heute Humboldt-Universität zu Berlin) an der philosophischen Fakultät

immatrikulieren. Dort hörte er u.a. Experimentalchemie bei Mitscherlich, Physik, Dampfmaschinenkunde und

Technologie bei Magnus und 1841 Statik und Dynamik bei seinem eigenen Onkel, Jean Philippe Gruson.

1845 verließ Gruson Borsig und kam als Maschinenmeister in den Dienst der Berlin-Hamburger Eisenbahn.

Er blieb bis 1. Februar 1851. Im gleichen Jahr wurde er für drei Jahre Oberingenieur der F. Wöhlert’schen

Maschinenfabrik in Berlin. Am 1. Juni 1854 trat er die Stellung eines technischen Direktors bei der Hamburg-

Magdeburger Dampfschifffahrtscompagnie zu Magdeburg-Buckau ein, verließ aber auch diese schon nach

einem Jahr und legte den Grundstein zu seinem eigenen Werk, das seinen Namen über alle Länder tragen

sollte.

 

Mit geringen Betriebsmitteln pachtete er an der Elbe bei Buckau ein Grundstück und eröffnete darauf am 1.

Juni 1855 eine kleine Schiffswerft, verbunden mit Eisengießerei unter der Firma H. Gruson. Für die Werft trat

schon nach zwei Jahren eine bedenkliche allgemeine Krise auf, allein durch seine Gießerei konnte sich

Gruson noch am Markt halten. Nach endlosen, mühseligen Versuchen in der Gießerei gelang ihm durch

Mischung der besten Holzkohleneisensorten ein Gusseisen von weit höherer Festigkeit zu erzielen, als es

vergleichbaren Herstellern bisher gelungen war.

 

Er ließ Herzstücke, Kreuzungen und Räder aus Hartguss für die Eiserbahn und auch schon recht frühzeitig

Hartgussgeschosse herstellen. Bei der Teilnahme an Schießversuchen in Mainz 1866 konnte er die besten

Ergebnisse erzielen. Ein Jahr später erhielt er auf der Pariser Weltausstellung für seine Produkte von

Napoleon III. das Offizierskreuz der französischen Ehrenlegion.

 

Nach dem das Werk schon recht bald zu klein geworden war, ließ Gruson von 1869 bis 1871 ein neues

Werk an der Marienstraße errichten. Er erweiterte sein Sortiment um zivile Produkte wie Hebe-, Kipp- und

Windevorrichtungen sowie Verladeeinrichtungen. Der Bedarf an Kriegsmaterialien war schließlich auch

Pausen unterworfen.

 

1886 wird das Gruson-Werk Aktiengesellschaft. Hermann Gruson übernimmt bis 1891 deren Spitze als

Erstes Vorstandsmitglied. Nach dem er kurz zuvor – 1889 – Ehrenbürger seiner Heimatstadt geworden war,

trat er aus dem Vorstand aus und zog sich ins Privatleben zurück.

 

Jetzt konnte er sich endlich intensiver seiner Pflanzensammlung, besonders den Kakteen, widmen und seine

Studien über Himmelskörper und -erscheinungen vervollständigen. Seine Studien werden dann auch 1893 in

seinem Buch „Im Reiche des Lichtes“ veröffentlicht. Seine Kakteensammlung ist zu dieser Zeit die größte in

Europa. Später wurden zwei Kakteen sogar nach ihm benannt: „Enchinocactus grusonii“ (Goldkugelkaktus,

uns besser bekannt als „Schwiegermutterstuhl“) und „Grusonia Bradtiana“.

 

Nach einem arbeitsreichen und zudem sehr erfolgreichen Leben verstarb Hermann Gruson am 30. Januar

1895. Drei Tage später, am 3. Februar, wird er unter großer Anteilnahme auf dem Südfriedhof beigegsetzt.

 

Erarbeitet von Siegfried Lorenz